No description
Find a file
Repository files (latest commit first)
Filename Latest commit message Latest commit date
2026-08-09 17:34:01 +02:00
LICENSE Initial commit 2026-08-09 17:27:54 +02:00
README.md added tutorial 2026-08-09 17:34:01 +02:00

Postiz-Server selbst installieren

Was ist das Ziel?

Du wirst einen eigenen kleinen Server erstellen und darauf Postiz installieren.

Dafür machst du nacheinander Folgendes:

  1. In Proxmox eine virtuelle Maschine erstellen
  2. Ubuntu Server installieren
  3. Prüfen, ob das Netzwerk funktioniert
  4. Ubuntu aktualisieren
  5. Docker installieren
  6. Die vorbereitete Postiz-Konfiguration von Forgejo herunterladen
  7. Postiz starten
  8. Postiz im Browser öffnen

Keine Sorge, wenn dir Begriffe wie VM, Docker, VLAN oder Git nichts sagen. Du musst sie für diese Aufgabe noch nicht kennen.


1. Proxmox öffnen

Öffne auf deinem Computer einen Browser.

Rufe folgende Adresse auf:

https://m93p.internal.ljoshi1.de:8006

Falls der Browser wegen des Zertifikats eine Warnung anzeigt, kannst du für diese interne Seite trotzdem fortfahren.

Melde dich mit den Zugangsdaten an, die du bekommen hast.

Du solltest danach die Proxmox-Oberfläche sehen.

Important

Bestehende VMs, Container, Netzwerke und andere Einstellungen bitte nicht verändern.


2. Neue virtuelle Maschine erstellen

Eine virtuelle Maschine kurz VM ist vereinfacht gesagt ein Computer, der als Software auf einem anderen Computer läuft.

Oben rechts findest du:

Create VM

Darauf klicken.

Es öffnet sich ein Assistent mit mehreren Seiten.


2.1 General

Bei Node sollte der Proxmox-Server bereits ausgewählt sein.

Die automatisch vorgeschlagene VM ID kannst du so lassen.

Bei Name eintragen:

postiz

Dann auf Next klicken.


3. Betriebssystem auswählen

Unter OS muss die vorhandene Ubuntu Server ISO ausgewählt werden.

Als Betriebssystem:

Type: Linux

Die übrigen Einstellungen können normalerweise auf ihren Standardwerten bleiben.

Danach:

Next


4. System

Auf der Seite System musst du normalerweise nichts ändern.

Die vorgeschlagenen Einstellungen übernehmen.

Next


5. Festplatte

Jetzt bekommt der virtuelle Server seine eigene virtuelle Festplatte.

Bei Storage unbedingt auswählen:

Prox-NFS

Als Größe:

32 GiB

Die übrigen Einstellungen können bleiben.

Next


6. Prozessor

Bei Cores:

2

einstellen.

Damit bekommt die VM zwei virtuelle Prozessorkerne.

Next


7. Arbeitsspeicher

Bei Memory eintragen:

4096

Das sind 4096 MB bzw. 4 GB RAM.

Next


8. Netzwerk

Hier bitte besonders aufpassen.

Folgende Werte verwenden:

Bridge:   vmbr0
Model:    VirtIO
VLAN Tag: 100

Important

Das VLAN Tag 100 darf nicht vergessen werden!

Also noch einmal kontrollieren:

  • Bridge: vmbr0
  • VLAN Tag: 100

Danach:

Next


9. VM erstellen

Auf der letzten Seite wird noch einmal eine Zusammenfassung angezeigt.

Kontrolliere insbesondere:

Einstellung Wert
CPU 2 Cores
Memory 4096 MB
Disk 32 GiB
Storage Prox-NFS
Bridge vmbr0
VLAN Tag 100

Wenn das stimmt:

Finish

Die VM sollte anschließend links in Proxmox erscheinen.


10. VM starten

Links die VM postiz auswählen.

Oben:

Start

anklicken.

Danach:

Console

öffnen.

Du siehst jetzt quasi den Bildschirm deines neuen virtuellen Computers.

Nach kurzer Zeit sollte der Ubuntu-Installer erscheinen.


11. Ubuntu installieren

Der Ubuntu-Installer wird hauptsächlich mit der Tastatur bedient.

Wichtige Tasten:

Taste Funktion
Pfeiltasten Bewegen
Enter Auswählen
Leertaste Haken setzen/entfernen
Tab Zwischen Bereichen wechseln

Als Sprache kannst du English auswählen.

Das ist für Server sinnvoll, weil Fehlermeldungen und Anleitungen dadurch leichter zu finden sind.


12. Tastatur

Als Tastaturlayout:

German

auswählen.

Anschließend weiter.


13. Ubuntu-Version

Wenn Ubuntu nach der Installationsart fragt, die normale Variante verwenden:

Ubuntu Server

Keine Minimalinstallation auswählen.


14. Netzwerk kontrollieren

Ubuntu sollte die Netzwerkkarte automatisch erkennen.

Sie heißt wahrscheinlich ungefähr:

ens18

Daneben sollte automatisch eine IPv4-Adresse erscheinen.

Die Adresse muss ungefähr so aussehen:

10.0.10.xxx

Zum Beispiel:

10.0.10.42

Die letzte Zahl kann unterschiedlich sein.

Wenn eine Adresse mit 10.0.10. angezeigt wird

Alles gut. Weiter.

Wenn KEINE IP-Adresse angezeigt wird

Warning

Hier aufhören.

Nicht anfangen, irgendwelche Netzwerkoptionen zu verändern.

Screenshot oder Foto machen.

Wenn eine völlig andere IP-Adresse angezeigt wird

Ebenfalls erstmal aufhören und Screenshot machen.


15. Proxy

Falls Ubuntu nach einer Proxy address fragt:

Feld leer lassen.

Weiter.


16. Ubuntu Archive Mirror

Den automatisch vorgeschlagenen Server verwenden.

Ubuntu prüft normalerweise automatisch, ob dieser erreichbar ist.

Wenn keine Fehlermeldung erscheint:

weiter.


17. Festplatte einrichten

Bei der Festplattenkonfiguration:

Use an entire disk

verwenden.

Die vorgeschlagene virtuelle Festplatte auswählen.

Ubuntu zeigt anschließend eine Übersicht an.

Bestätigen.

Ubuntu warnt anschließend, dass die Festplatte formatiert bzw. gelöscht wird.

Das ist hier in Ordnung.

Es wird ausschließlich die gerade für diese VM erstellte virtuelle Festplatte verwendet.


18. Benutzer erstellen

Jetzt musst du einen Benutzer für deinen Server erstellen.

Zum Beispiel:

Your name:
Steffi

Server name:
postiz

Username:
steffi

Anschließend ein Passwort vergeben.

Important

Passwort merken!

Du brauchst es später noch.


19. Ubuntu Pro

Falls Ubuntu anbietet, Ubuntu Pro zu aktivieren:

überspringen.

Das brauchen wir nicht.


20. SSH Server

Wenn folgende Option erscheint:

Install OpenSSH server

den Haken setzen.

SSH ermöglicht es später, den Server von einem anderen Computer aus zu bedienen.

Für diese Installation verwenden wir aber weiterhin die Proxmox-Konsole.


21. Zusätzliche Software

Ubuntu bietet eventuell verschiedene zusätzliche Serverprogramme an.

Hier:

nichts auswählen.

Einfach weiter.


22. Installation abwarten

Ubuntu wird jetzt installiert.

Das kann ein paar Minuten dauern.

Am Ende erscheint:

Reboot Now

Auswählen.

Falls nach dem Neustart eine Meldung bezüglich des Installationsmediums erscheint, einfach Enter drücken.


23. Bei Ubuntu anmelden

Nach dem Neustart sollte irgendwann ungefähr Folgendes erscheinen:

postiz login:

Jetzt den vorher erstellten Benutzernamen eingeben.

Zum Beispiel:

steffi

Enter

Danach das Passwort eingeben.

Note

Beim Eingeben eines Passwortes zeigt Linux gar nichts an.

Keine Sterne.

Keine Punkte.

Das ist normal.

Passwort trotzdem eintippen und Enter drücken.

Wenn anschließend ungefähr Folgendes erscheint:

steffi@postiz:~$

bist du angemeldet.


24. IP-Adresse überprüfen

Jetzt folgenden Befehl eingeben:

ip addr

Suche nach einer Zeile mit:

inet 10.0.10.xxx/24

Beispielsweise:

inet 10.0.10.42/24

Diese IP-Adresse aufschreiben.

Du brauchst sie später.


25. Internetverbindung testen

Zuerst testen wir, ob der Server grundsätzlich ins Internet kommt:

ping -c 4 1.1.1.1

Es sollten mehrere Antworten erscheinen.

Danach:

ping -c 4 google.de

Auch hier sollten Antworten erscheinen.

Wenn beide Befehle funktionieren

Weiter mit Schritt 26.

Wenn einer davon nicht funktioniert

Warning

Hier erstmal aufhören und Screenshot machen.


26. Ubuntu aktualisieren

Linux installiert Programme normalerweise über sogenannte Paketquellen.

Zuerst aktualisieren wir die Liste der verfügbaren Programme:

sudo apt update

Wenn nach deinem Passwort gefragt wird:

Das Passwort deines Ubuntu-Benutzers eingeben.

Auch hier wird beim Tippen nichts angezeigt.

Anschließend vorhandene Updates installieren:

sudo apt upgrade -y

Das kann einige Minuten dauern.


27. Benötigte Programme installieren

Jetzt installieren wir einige kleine Werkzeuge:

sudo apt install ca-certificates curl git -y

Unter anderem wird dabei Git installiert.

Git brauchen wir später, um die vorbereitete Postiz-Konfiguration vom Forgejo-Server herunterzuladen.


28. Docker installieren

Docker ermöglicht es, Anwendungen in sogenannten Containern auszuführen.

Postiz wird später aus mehreren solchen Containern bestehen.

Zuerst erstellen wir einen Platz für den Sicherheitsschlüssel des Docker-Paketservers:

sudo install -m 0755 -d /etc/apt/keyrings

Jetzt laden wir den offiziellen Docker-Schlüssel herunter:

sudo curl -fsSL https://download.docker.com/linux/ubuntu/gpg -o /etc/apt/keyrings/docker.asc

Anschließend:

sudo chmod a+r /etc/apt/keyrings/docker.asc

Jetzt teilen wir Ubuntu mit, wo es Docker herunterladen kann:

sudo tee /etc/apt/sources.list.d/docker.sources <<EOF
Types: deb
URIs: https://download.docker.com/linux/ubuntu
Suites: $(. /etc/os-release && echo "${UBUNTU_CODENAME:-$VERSION_CODENAME}")
Components: stable
Architectures: $(dpkg --print-architecture)
Signed-By: /etc/apt/keyrings/docker.asc
EOF

Danach:

sudo apt update

Docker installieren:

sudo apt install docker-ce docker-ce-cli containerd.io docker-buildx-plugin docker-compose-plugin -y

29. Prüfen, ob Docker funktioniert

Eingeben:

sudo docker run hello-world

Docker lädt jetzt einen winzigen Testcontainer herunter.

Irgendwann sollte in der Ausgabe stehen:

Hello from Docker!

Wenn das erscheint

Docker funktioniert! 🎉

Wenn stattdessen eine Fehlermeldung erscheint

Warning

Nicht einfach mit den nächsten Schritten weitermachen.

Screenshot machen.


30. Docker für deinen Benutzer freigeben

Momentan musst du für Docker immer sudo verwenden.

Das ändern wir:

sudo usermod -aG docker $USER

Jetzt einmal abmelden:

exit

Danach wieder mit Benutzername und Passwort anmelden.

Anschließend:

docker ps

Es sollte eine Tabelle erscheinen.

Die Tabelle darf leer sein.

Wichtig ist nur, dass keine Fehlermeldung erscheint.


31. Postiz-Konfiguration herunterladen

Die Konfiguration für Postiz liegt bereits vorbereitet auf Forgejo.

Folgenden Befehl verwenden:

git clone HIER-FORGEJO-URL-EINFÜGEN

Git lädt das Repository jetzt herunter.

Danach:

ls

Es sollte jetzt ein neues Verzeichnis für Postiz angezeigt werden.

In dieses wechseln.

Zum Beispiel:

cd postiz

Note

Falls der Ordner anders heißt, den Namen verwenden, der bei ls angezeigt wird.


32. Inhalt ansehen

Mit:

ls

anzeigen, welche Dateien vorhanden sind.

Du solltest unter anderem eine Datei finden, die ungefähr so heißt:

compose.yml

oder:

docker-compose.yml

Diese Datei beschreibt, welche Docker-Container für Postiz benötigt werden.


33. Postiz starten

Jetzt kommt der eigentliche Start.

Im Postiz-Verzeichnis eingeben:

docker compose up -d

Beim ersten Start muss Docker mehrere größere Dateien aus dem Internet herunterladen.

Note

Das kann einige Minuten dauern.

Nicht abbrechen, nur weil viel Text über den Bildschirm läuft.

Wenn der Befehl fertig ist und wieder ungefähr:

steffi@postiz:~/postiz$

erscheint, geht es weiter.


34. Container überprüfen

Eingeben:

docker compose ps

Jetzt sollten mehrere Container angezeigt werden.

Bei ihnen sollte beispielsweise stehen:

Up

oder:

running

Manche Container können zusätzlich:

healthy

anzeigen.

Falls alles läuft

Sehr gut. Weiter.

Falls dort Exited, Error oder ständig Restarting steht

Nicht wild herumprobieren.

Folgenden Befehl ausführen:

docker compose logs --tail=100

Von der Ausgabe einen Screenshot machen.


35. IP-Adresse noch einmal anzeigen

Eingeben:

hostname -I

Dort sollte wieder deine Adresse erscheinen:

10.0.10.xxx

Diese brauchst du jetzt.


36. Postiz öffnen

Auf deinem normalen Computer einen Browser öffnen.

Dort:

http://10.0.10.xxx:4007

aufrufen.

10.0.10.xxx natürlich durch die IP-Adresse ersetzen, die dein Server tatsächlich bekommen hat.

Beispiel:

http://10.0.10.42:4007

🎉 Fertig

Wenn jetzt die Postiz-Webseite erscheint, hast du es geschafft.

Du hast gerade selbst:

  • einen virtuellen Computer erstellt
  • einen Linux-Server installiert
  • eine Netzwerkkarte einem VLAN zugeordnet
  • die Netzwerkverbindung überprüft
  • Linux über die Kommandozeile bedient
  • Software installiert
  • Git benutzt
  • eine Konfiguration von einem Git-Server heruntergeladen
  • Docker installiert
  • mehrere Docker-Container gestartet
  • einen eigenen Webdienst bereitgestellt

Das ist für „ich probiere mal ein bisschen IT aus“ schon ziemlich ordentlich. 😄


Fehlersuche

Regel Nummer 1

Nicht in Panik geraten.

Eine Fehlermeldung bedeutet nicht, dass etwas kaputt ist.

Regel Nummer 2

Nicht einfach irgendwelche Einstellungen in Proxmox verändern, nur weil etwas nicht funktioniert.

Insbesondere bitte nicht verändern:

  • andere VMs
  • andere Container
  • vmbr0
  • Storage
  • Proxmox-Netzwerke
  • VLAN-Konfiguration des Hosts

Deine eigene postiz-VM darfst du natürlich bedienen.


Netzwerk funktioniert nicht

Prüfen:

ip addr

Es sollte eine Adresse aus:

10.0.10.x/24

vorhanden sein.

Dann:

ping -c 4 1.1.1.1

und:

ping -c 4 google.de

Wenn das nicht funktioniert:

Screenshot machen und erstmal aufhören.


Docker funktioniert nicht

Prüfen:

sudo systemctl status docker

Wenn dort:

active (running)

steht, läuft Docker.

Mit:

q

kommst du aus der Anzeige wieder heraus.


Postiz funktioniert nicht

Zuerst in das Postiz-Verzeichnis wechseln:

cd ~/postiz

Falls das Repository anders heißt, natürlich den entsprechenden Ordner verwenden.

Dann:

docker compose ps

Falls dort Fehler zu sehen sind:

docker compose logs --tail=100

Screenshot machen.


Postiz läuft, aber die Webseite geht nicht

IP kontrollieren:

hostname -I

Dann prüfen:

docker compose ps

Wenn dort alles läuft, Screenshot von beiden Ausgaben machen.


Nützliche Befehle

Laufende Docker-Container anzeigen

docker ps

Postiz-Status anzeigen

docker compose ps

Postiz-Protokoll anzeigen

docker compose logs

Die letzten 100 Log-Zeilen anzeigen

docker compose logs --tail=100

Postiz stoppen

docker compose down

Postiz wieder starten

docker compose up -d

Postiz neu starten

docker compose restart

IP-Adresse anzeigen

hostname -I

Server neu starten

sudo reboot

Server herunterfahren

sudo poweroff

Wann solltest du aufhören und lieber nachfragen?

Bitte erstmal nicht weiterprobieren, wenn:

  • Ubuntu keine 10.0.10.x-Adresse bekommt
  • ping 1.1.1.1 nicht funktioniert
  • ping google.de nicht funktioniert
  • Hello from Docker! nicht erscheint
  • git clone einen Fehler ausgibt
  • docker compose up -d mit einem Fehler abbricht
  • Container ständig Restarting oder Exited anzeigen
  • Proxmox etwas völlig anderes zeigt als in dieser Anleitung
  • du dir bei einer Einstellung unsicher bist, die andere VMs oder Proxmox selbst betrifft

Dann einfach:

  1. Screenshot oder Foto machen
  2. Aufschreiben, bei welcher Nummer der Anleitung du bist
  3. Fehlermeldung möglichst vollständig fotografieren

Bis dahin gilt:

Ausprobieren und Spaß haben. Innerhalb deiner eigenen VM kannst du erstaunlich wenig dauerhaft kaputtmachen. 🙂